Typ-III-Stirnrekonstruktion: Warum Abschleifen selten reicht

Hinter dem Stirnwulst liegt die Stirnhöhle, ihre Wand ist etwa 3 mm dick. Warum Abschleifen die Kontur selten verändert, was eine Typ-III-Rekonstruktion ist und wann Abschleifen reicht.

3D-CT einer Stirn im Profil vor und nach einer Typ-III-Rekonstruktion, mit zurückverlagerter Vorderwand der Stirnhöhle

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Kurz gesagt: Hinter der Stirn liegt ein luftgefüllter Hohlraum, die Stirnhöhle, bedeckt von einer dünnen Knochenwand. Durch Abschleifen lässt sich die Kontur kaum verändern, ohne diese Wand zu durchbrechen. Deshalb entnehmen wir sie bei den meisten Stirnen, die wir operieren, formen sie neu und setzen sie weiter hinten wieder ein. Das nennt man Typ-III-Stirnrekonstruktion oder Rückverlagerung der Vorderwand.

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Was hinter deiner Stirn liegt

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In fast jeder ersten FFS-Beratung hören wir dieselbe Frage: „Kann man die Stirn nicht einfach abschleifen?“ Das ist verständlich. Wenn zu viel Knochen da ist, nimmt man ihn weg. Das Problem ist, dass in den meisten Fällen nicht zu viel Knochen da ist, sondern zu viel Vorwölbung.

Direkt über den Augenbrauen liegt ein Hohlraum, die Stirnhöhle. Der Teil, den du spürst, wenn du die Hand auf die Stirn legst, ist ihre Vorderwand. In den meisten Fällen, die wir sehen, ist diese Wand etwa 3 Millimeter dick [1, 2]. Mehr Spielraum zum Abschleifen gibt es nicht.

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Die Eierschale: Warum Abschleifen nicht reicht

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Eine Eierschale erklärt es gut. Sie ist gewölbt, dünn und innen hohl. Wenn du versuchst, sie flach zu schleifen, wird sie nicht flach: Du brichst vorher durch.

Mit der Stirn ist es genauso. Ein wenig lässt sie sich abschleifen, ja. Aber dieses Wenige bewirkt oft keine Veränderung, die man von außen sieht. Und es hat keinen Sinn, diesen Bereich zu öffnen, um zwei Millimeter zurückzunehmen, die niemand bemerkt.

Deshalb sagen wir, dass die meisten Stirnoperationen eine Rückverlagerung brauchen, um wirksam zu sein. Das ist keine technische Vorliebe, sondern das, was die Anatomie zulässt.

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Was wir stattdessen machen: die Rückverlagerung der Vorderwand

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In der großen Mehrheit unserer Fälle, rund 95 % nach unserer Erfahrung aus mehr als 1.000 Operationen, schleifen wir diese Wand nicht ab. Wir entnehmen sie. Der Ablauf hat vier Schritte:

  1. Entnehmen der Vorderwand mit einem präzisen, geführten Ultraschallschnitt.
  2. Prüfen der Stirnhöhle, die jetzt frei liegt: Wir kontrollieren, ob die Schleimhaut und der Abflussgang gesund sind.
  3. Neuformen der Wand außerhalb des Gesichts, an beiden Oberflächen, und Konturieren des übrigen fronto-naso-orbitalen Komplexes nach der geplanten Form.
  4. Wiedereinsetzen der Wand weiter hinten und mit neuer Wölbung, befestigt mit Miniplatten und Mikroschrauben aus Titan.

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Schale herausnehmen, neu formen, wieder einsetzen. So ausgedrückt klingt das nach mehr als Abschleifen, und das ist es auch. Aber genau das macht eine echte Veränderung der Kontur möglich, wenn die Anatomie keinen weiteren Spielraum lässt.

In der chirurgischen Fachliteratur wird diese Technik als Typ III der Klassifikation nach Ousterhout beschrieben [3], die Stirnen nach ihrer Anatomie und der nötigen Korrektur einteilt. Wie jede Operation hat sie Risiken, die wir in der Beratung und im Aufklärungsgespräch mit dir besprechen.

Das Honorar ist für Abschleifen und Rückverlagerung gleich. Wenn nur abgeschliffen werden muss, ist der Endpreis etwas niedriger, weil kein Fixationsmaterial verwendet wird. Mehr dazu in unserem Beitrag dazu, warum eine Stirnoperation bei ARQÉA 8.500 € kostet.

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Wann Abschleifen reicht

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Fairerweise muss man sagen: Nicht jede Stirn ist gleich. Zwischen 5 % und 10 % der Menschen haben an dieser Stelle massiven Knochen ohne Luftraum oder nur eine sehr kleine Stirnhöhle [1]. In diesen Fällen reicht Abschleifen manchmal aus. Dasselbe gilt, wenn die Vorwölbung gering ist, auch wenn viele dieser Stirnen gar keine Operation brauchen. Wenn Abschleifen reicht, gibt es keinen Grund, mehr zu machen.

Nicht ehrlich finden wir es dagegen, eine Veränderung zu versprechen, die diese drei Millimeter nicht hergeben. Deshalb ist der erste Schritt nie die Wahl der Technik, sondern der Blick ins CT, um zu sehen, was dahinter liegt. An der Stirn entscheidet nicht, was man von außen sieht, sondern was im Inneren liegt.

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Der Zugang: Wo der Schnitt liegt

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Die Rückverlagerung ist über jeden der drei üblichen Zugänge zum oberen Gesichtsdrittel möglich, alle von Ohr zu Ohr. Sie unterscheiden sich darin, wo die Narbe liegt und was der jeweilige Zugang sonst noch ermöglicht.

  • Haaransatz (prätrichial): Als einziger holt er den Haaransatz nach vorne und verkürzt die Stirn. Dafür ist die Narbe sichtbarer.
  • Koronal: Die Narbe liegt im Haar versteckt, und ein deutliches Anheben der Augenbrauen ist leichter möglich. Der Haaransatz rückt meist etwas nach oben.
  • Hinten: Die Narbe liegt hinter dem Scheitel, in dem Bereich mit der geringsten Spannung, der am wenigsten vom Haarausfall betroffen ist. Der Haaransatz wird nicht nach vorne geholt.

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Bei den Zugängen über die Kopfhaut ist außerdem eine Haartransplantation in derselben Operation möglich. Wir wählen den Zugang gemeinsam mit dir aus, je nach deinen Prioritäten: Länge der Stirn, Haardichte, Position der Augenbrauen oder wie du zu einer sichtbaren Narbe stehst. Ausführlich erklären wir das in unserem Beitrag über die Zugänge bei der Stirnfeminisierung.

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Es gibt nicht die eine weibliche Stirn

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Die Rückverlagerung ist ein Werkzeug, keine Schablone. Es gibt nicht die eine weibliche Stirnform: Es gibt viele, und alle können harmonisch sein. Deshalb operieren wir nie zwei Stirnen auf dieselbe Weise.

Innerhalb desselben Eingriffs bearbeiten wir jeden Bereich einzeln, je nach deiner Anatomie und dem, was du dir wünschst:

  • Stirnvorwölbung: die Gesamtwölbung der Stirn, von oben nach unten.
  • Oberer Augenhöhlenrand: der Knochenwulst direkt über den Augenbrauen, der den Blick am stärksten „hart“ wirken lässt.
  • Nasenwurzel: der Übergang zwischen Stirn und Nase, der das Profil bestimmt.
  • Äußerer Augenhöhlenrand: die äußere Ecke der Augenhöhle, die beeinflusst, wie die Augen wirken.
  • Position der Augenbrauen: ihre Höhe und Form, die wir in derselben Operation anpassen können.

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Manche Patientinnen möchten eine sehr weiche, runde Stirn. Andere behalten lieber etwas Charakter. Beides ist richtig. Wir sehen es uns gemeinsam anhand deines CTs in einer virtuellen Planung im Voraus an, bevor irgendetwas entschieden wird.

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Bevor du dich entscheidest

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Wenn du über eine Stirnoperation nachdenkst, lautet die erste Frage nicht „abschleifen oder zurückverlagern?“, sondern „Was liegt hinter meiner Stirn, und was möchte ich erreichen?“ Um sie zu beantworten, braucht es ein CT und ein ehrliches Gespräch.

Wenn du möchtest, dass wir uns deinen Fall ansehen: Die erste Videoberatung ist kostenlos.

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Quellen

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1. Sahlstrand-Johnson P, Jannert M, Strömbeck A, Abul-Kasim K. Computed tomography measurements of different dimensions of maxillary and frontal sinuses. BMC Med Imaging. 2011;11:8. https://doi.org/10.1186/1471-2342-11-8

2. Lee MK, Sakai O, Spiegel JH. CT measurement of the frontal sinus: gender differences and implications for frontal cranioplasty. J Craniomaxillofac Surg. 2010;38(7):494-500. https://doi.org/10.1016/j.jcms.2010.02.001

3. Ousterhout DK. Feminization of the forehead: contour changing to improve female aesthetics. Plast Reconstr Surg. 1987;79:701-713.

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Wie wir immer sagen: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle medizinische Beurteilung. Wenn du wissen möchtest, was deine Stirn braucht, buch eine Beratung mit unserem Team.

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